Mittelfranken POL-MFR: (1094) „Mutter“ misshandelte Säugling in der Öffentlichkeit

Gestern Nachmittag (06.08.2019) misshandelte eine 34-jährige „Mutter“ ihren 10-monatigen Säugling in einer Art und Weise, dass er am Ende in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Glücklicherweise erkannten Zeugen die Situation, griffen beherzt ein und verhinderten dadurch womöglich noch Schlimmeres.

Der Vorfall spielte sich im Zeitraum zwischen 16:15 Uhr und 16:45 Uhr im Bereich der Zedernstraße ab. Die Mutter saß betrunken auf dem Gehweg, auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand der Kinderwagen mit dem Säugling. Immer wieder schrie sie in unflätiger Vulgärsprache hinüber, dass er zu schreien aufhören solle. Das erregte die Aufmerksamkeit eines Zeugen. Wenig später beobachtete er, dass die Mutter dem Kind mehrfach mit der Hand ins Gesicht schlägt. Der Zeuge schritt couragiert ein und unterband die Schläge.

Die 34-Jährige lief kurz darauf mit dem Kinderwagen davon. Ein anderer Zeuge wurde nun durch das andauernde Schreien des Kindes aufmerksam. Noch immer schrie die „Mutter“ es an. Der Mann versuchte erfolglos, beruhigend auf die Frau einzuwirken. Doch ehe er sich versah, nahm sie eine Bierflasche und schleuderte sie mit voller Wucht in den Kinderwagen. Dabei traf sie den Säugling, der deshalb noch lauter zu schreien begann. Die Flasche nahm sie im Anschluss wieder heraus, zertrümmerte sie an einer Hauswand und flüchtete mitsamt dem Kinderwagen. Der Zeuge, der den Vorfall nicht verhindern konnte, verfolgte sie.

Während der Flucht warf sie den Kinderwagen um, der sich daraufhin überschlug. Das Kind fiel heraus, konnte aber in diesem Moment vom verfolgenden Zeugen in Obhut genommen und somit dem Zugriff der Mutter entzogen werden. Die Frau selbst flüchtete weiter und kletterte einige Meter weiter auf einer Fußgängerbrücke der Südwesttangente über das Geländer. Mehreren Passanten gelang es, sie zu ergreifen und festzuhalten. Sie leistete heftige Gegenwehr, weshalb von eingetroffenen Polizeibeamten Handfesseln angelegt werden mussten.

Ein verständigter Notarzt kümmerte sich um den Säugling. Der Mediziner stellte Verletzungen fest, die eine vorsorgliche Behandlung in einem Krankenhaus erforderten. Lebensgefahr bestehe aber nicht.

Im Gebäude der PI Nürnberg-West randalierte die 34-Jährige, urinierte u.a. in die Eingangspforte. Weiterhin weigerte sie sich, selbständig zu gehen. Deshalb wurde sie mit einem Rollstuhl in eine Zelle gefahren und im Anschluss bewacht. Ein Alkoholtest ergab wenig später einen Wert von mehr als 1,3 Promille. Außerdem deutete das Verhalten der Frau darauf hin, dass sie auch unter dem Einfluss von Drogen stand. Eine Ermittlungsrichterin ordnete deshalb die Blutentnahme an.

Während die Frau auf Grund ihres Auftretens und offensichtlich geistig verwirrten Zustandes in eine Fachklinik eingewiesen werden musste, liegt ihr Säugling noch im Krankenhaus und wird behandelt. Laut eines Arztes trug er glücklicherweise keine schwereren Verletzungen davon. Das Jugendamt Nürnberg übernimmt die weitere Betreuung.

Das Fachkommissariat der Kripo Nürnberg hat die Ermittlungen, u.a. wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung, übernommen.

Bert Rauenbusch/n

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